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Montag

Preis, Leistung und das gewisse Etwas: Der große Krankenkassen-Check

Gesetzlich Krankenversicherte haben viele Krankenkassen zur Auswahl. Diese bieten inzwischen eine ganze Reihe von Zusatzleistungen. Versicherte können an Bonusprogrammen sowie Wahltarifen teilnehmen und erhalten viele nicht gesetzlich vorgeschriebene Leistungen bei den verschiedenen Anbietern erstattet. Ein großer Test zeigt, wer bei welcher Krankenkasse am besten aufgehoben ist.

Die gesetzlichen Krankenkassen müssen sich mittlerweile einiges einfallen lassen, um ihre Mitglieder langfristig zu halten. Denn mit der Einführung des Zusatzbeitrags ist die Versuchung für viele Versicherte groß, einfach zu eine der günstigsten Krankenkassen zu wechseln. Deshalb belohnen viele Kassen ihre Mitglieder inzwischen durch Bonusprogramme, bieten ihnen verschiedene Wahltarife an, vor allem aber erweitern sie ihr Leistungsspektrum. Kassenpatienten erhalten auf diese Weise beispielsweise Zuschüsse für die professionelle Zahnreinigung, Reiseimpfungen oder Akupunktur. Jede Krankenkasse hat so ein einzigartiges Leistungsangebot, das sich mal mehr für jüngere Versicherte, mal mehr für Familien und ein anderes Mal besonders für Selbstständige eignet.

Der neue Krankenkassen-Check des Deutschen Finanz-Service Institut im Auftrag von Focus-Money (20/2017) hat nun die besten Krankenkassen für acht Versichertengruppen identifiziert. Dabei wurden auf die speziellen Ansprüche von Familien, Sportlern, jungen Leuten sowie aktiven Älteren, Anhängern alternativer Heilmethoden, Selbstständigen, Anspruchsvollen und Preisbewussten bei der Bewertung Rücksicht genommen.

Krankenkassen versichern vor allem Jüngere exzellent

Für die Untersuchung wurden Krankenkassen berücksichtigt, die bundesweit oder regional für alle gesetzlich Versicherten offenstehen. Damit fallen unter anderem 27 Betriebskrankenkassen weg, die nur Unternehmensmitarbeitern und deren Angehörigen offenstehen. Übrig bleiben mehr als 80 Anbieter, die um die Gunst der Kassenpatienten buhlen. Junge Versicherte fahren bei besonders vielen dieser Krankenkassen gut. In keiner anderen Kategorie wurden gleich sieben Kassen mit der Bestbewertung "exzellent" ausgezeichnet, darunter die drei größten Anbieter Techniker Krankenkasse, Barmer und DAK-Gesundheit.

Alternative Heilmethoden: Bei den Versicherten hoch im Kurs

Anhänger alternativer Heilmethoden finden nur bei wenigen Krankenkassen optimale Zusatzleistungen. Nur sechs Anbieter werden laut des aktuellen Rankings mit sehr gut oder exzellent benotet. Dabei bieten inzwischen zahlreiche Krankenkassen Leistungen beispielsweise aus den Bereichen Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin oder Osteopathie. Diese sind jedoch oftmals sehr stark begrenzt, etwa auf einen bestimmten Kostenbetrag pro Jahr.

Die besten Krankenkassen für Anhänger alternativer Heilmethoden

  • HEK - Hanseatische Krankenkasse - exzellent
  • Securvita Krankenkasse - exzellent
  • Techniker Krankenkasse - exzellent
  • Bergische Krankenkasse - sehr gut
  • IKK Brandenburg und Berlin - sehr gut
  • IKK Südwest - sehr gut

Service: Sie wollen Ihre Krankenkasse wechseln und suchen den Anbieter, der am besten zu Ihnen passt? Nutzen Sie den Krankenkassen Vergleichsrechner und finden Sie das optimale Angebot.

Welche Krankenkasse überzeugt in den meisten Bereichen?

Die Techniker Krankenkasse (TK) schneidet über alle Kategorien am besten ab. Sie erreicht durchweg eine exzellente Bewertung, sieht man von ihrem Ergebnis für Preisbewusste ab, das ein "gut" nicht übersteigt. Ansonsten kann sie allerdings als einzige Krankenkasse alle Benutzergruppen vollends zufriedenstellen. Jedoch bedeutet das nicht, dass der Anbieter alle möglichen Zusatzleistungen erstattet. Exzellente Ergebnisse im Bereich alternative Heilmethoden sind schließlich nicht gleichbedeutend mit einer kompletten Kostenübernahme. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, nicht nur auf das Testergebnis zu achten, sondern gezielt entsprechend der eigenen Bedürfnisse, eine geeignete Krankenkasse zu wählen.

Wer hingegen vor allem auf den Preis schaut, ist bei diesen Krankenkassen gut versichert:

  • AOK PLUS
  • BKK Akzo Nobel
  • BKK Faber-Castell & Partner
  • BKK Scheufelen

Hier fühlen sich die Versicherten am besten aufgehoben

Neben den Leistungen und dem Preis spielt der Service ebenfalls eine große Rolle, wenn sich Versicherte dazu entschließen, dauerhaft bei einem Anbieter zu bleiben oder die Krankenkasse zu wechseln. Der ServiceAtlas Krankenkassen 2017 von ServiceValuehat die beste Kundenorientierung bei den 29 größten Krankenkassen gekürt. Demnach können sich sieben Kassen mit einem sehr guten Ergebnis durchsetzen.

Top 7 Krankenkassen im Bereich Service:

  • Audi BKK
  • Knappschaft
  • Siemens-Betriebskrankenkasse
  • VIACTIV Krankenkasse
  • AOK PLUS
  • BIG direkt gesund
  • pronova BKK

DIE GESUNDHEIT

Natur und Medizin

Samstag

Frauen ab 35 Jahren bekommen künftig HPV-Test von der Kasse gezahlt

Frauen ab 35 Jahren, die sich beim Frauenarzt auf Gebärmutterhalskrebs untersuchen lassen, müssen sich auf Änderungen einstellen. Denn künftig zahlt die gesetzliche Krankenkasse die Vorsorgeuntersuchung mit einem Pap-Test nur noch alle drei Jahre. Im Gegenzug übernimmt die Kasse bald die Kosten für einen HPV-Test - ebenfalls alle drei Jahre.

Einmal im Jahr zahlt die gesetzliche Krankenkasse Frauen ab 20 Jahren den sogenannten Pap-Test. Bei diesem Test auf Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen nimmt der Gynäkologe einen Abstrich des Muttermundes und des Gebärmutterhalskanals. "Frauen, die jedes Jahr zur frauenärztlichen Krebsfrüherkennungen gehen, erkranken um 90 Prozent seltener an Gebärmutterhalskrebs als Frauen, die diese Untersuchung niemals wahrnehmen", erläutert der Gynäkologe Prof. Dr. med. Klaus Joachim Neis. Vor Einführung der Krebsfrüherkennung lag die Zahl der Erkrankten bei 20.000 pro Jahr. Mittlerweile sind es nur noch rund 4.300 Frauen jährlich.

Krebsvorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt wird um HPV-Test aufgestockt

Trotz des großen Erfolgs der Vorsorgeuntersuchung hat der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen eine Änderung für Frauen ab 35 Jahre beschlossen. Künftig steht die Kassenleistung für sie nur noch alle drei Jahre zur Verfügung. Im Gegenzug zahlt ihnen die Krankenkasse im gleichen Intervall einen Test auf das Human-Papilloma-Virus (HPV). Bisher übernimmt die Kasse die Kosten dafür nur, wenn der Krebsabstrich zu einem sehr auffälligen Ergebnis führt.

Zeitweise war sogar geplant, dass die Krankenkassen nur noch alle fünf Jahre und allein für den HPV-Test im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung aufkommen, erläutert Neis in einer Pressemitteilung der Frauenärztlichen BundesAkademie. "Es war für alle Beteiligten sehr schwierig, einen Konsens zu finden, der den Frauen am meisten nutzt, die größte Sicherheit und Zuverlässigkeit bietet und trotzdem so selten wie möglich Fehlalarm auslöst", so der Mediziner.

Neis erklärt, dass es häufig bei jungen Frauen zu falschem Alarm kommt. Bei ihnen ist die HPV-Infektionsrate sehr hoch, allerdings heilt die Infektion nach einem bis anderthalb Jahren ohne Veränderungen am Gebärmutterhals wieder aus. Bei Frauen ab 35 Jahren kommt es seltener zu Neuinfektionen. Ein Virusnachweis könnte daher darauf hinweisen, dass es sich um eine Infektion handelt, die nicht von alleine ausheilt.

Start der neuen Krebsvorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt noch unklar

Laut dem Gynäkologen nehmen bereits 80 Prozent der Frauen innerhalb von drei Jahren die Früherkennungsuntersuchung wahr. Er geht nicht davon aus, dass künftig weniger Frauen aufgrund der längeren Zeitspanne an der Untersuchung teilnehmen. Da ein HPV-Test ohne Pap-Test zudem "viele verdächtige Veränderungen übersehen" würde, zeigt sich der Frauenarzt zufrieden, dass der Gemeinsame Bundesausschuss nun eine Regelung gefunden hat, die "den Gegebenheiten in Deutschland am ehesten entspricht."

Wann die neue Krebsfrüherkennung mit Pap-Test und HPV-Test für Frauen ab 35 allerdings eingeführt wird, ist noch unklar. Zunächst muss unter anderem geklärt werden, welche der unterschiedlichen HPV-Tests von der Krankenkasse gezahlt wird. Zudem soll vorab ein Informations-Flyer für Patienten vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen erstellt werden.