Posts mit dem Label Raumfahrt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Raumfahrt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag

Moonbox: DHL liefert Pakete ab dem Jahr 2019 auch auf den Mond

IT-News

Es gibt auf der Erde kaum noch Orte, die von dem deutschen Paketdienst DHL nicht beliefert werden. Immerhin können Kunden ihre Pakete bei dem Konzern mittlerweile in 220 Länder und Territorien weltweit schicken. Zukünftig soll nun aber auch noch ein eher ungewöhnlicher Zielort hinzukommen: Der Mond. Allerdings wird der Konzern in diesem Bereich keine eigenen Transportkapazitäten aufbauen, sondern kooperiert mit dem US-Startup Astrobotic. Die ersten kommerziellen Lieferflüge zum Mond sind für das Jahr 2019 geplant. Privatkunden werden dabei die Möglichkeit erhalten, kleine Sendungen in der Transportsonde zu platzieren. Klein ist allerdings tatsächlich das Motto: DHL vermarktet Kapseln mit einer Größe von 1,27 x 0,31 Zentimetern.

Nach 220 Ländern und Territorien auf der Erde will DHL bald auch den Mond als Zielort für Paketsendungen ins eigene Angebot aufnehmen. Foto: Dino Abatzidis, via Flickr. CC BY-NC-SA 2.0

Der Kunde erhält Fotos und Videoaufnahmen der Auslieferung

Dafür ist der Preis mit 460 Dollar pro Transport auch vergleichsweise günstig. Wer mehr Platz benötigt, muss hingegen tief in die Tasche greifen: Für eine Box mit den Maßen 5 x 5 x 2,5 Zentimeter sind schon 26.000 Dollar fällig. Im Anschluss an die Bestellung erhält der Kunde in jedem Fall eine kostenlose Mondkarte zugeschickt. Dort ist dann genau verzeichnet, wo die eigene Warensendung auf dem Erdtrabanten platziert wird. Die Platzierung der Kapsel vor Ort soll zudem durch Video- und Fotoaufnahmen dokumentiert werden. Dieses Material erhalten die Kunden anschließend ebenfalls. Ganz risikolos ist die Sache allerdings nicht: Die Partner weisen ausdrücklich darauf hin, dass es im Falle einer gescheiterten Mission kein Geld zurück gibt.

DHL ist vor allem für den irdischen Transport der Waren verantwortlich

Astrobotic ist eine Ausgründung der Carnegie-Mellon-Universität und will später einmal mit kommerziellen Frachtflügen zum Mond Geld verdienen. Privatkunden dürften dabei aber nur eine untergeordnete Rolle spielen. Als Kunden sind eher Universitäten, Forschungseinrichtungen und Regierungen eingeplant. In diesem Punkt kommt auch DHL ins Spiel: Der Konzern soll die Logistik auf der Erde organisieren. Sprich: Die Fracht zum Weltraumbahnhof transportieren. Für den Bonner Konzern scheint die nun gestartete Kampagne unter dem Motto „Mach Dein Andenken unsterblich“ daher eher ein Marketinginstrument zu sein. Vorgestellt wurde das Projekt jedenfalls von Arjan Sissing, der für die globale Brand von DHL verantwortlich ist.

Via: Astrobotic

[trendsderzukunft.de] 

Mittwoch

Europa und Russland zittern um Erfolg von Marslandung

Darmstadt/Moskau (dpa) - Raumfahrt-Krimi auf dem Mars: Für eine mit Spannung erwartete erfolgreiche Landung einer Sonde auf dem Roten Planeten haben Europa und Russland zunächst keine Bestätigung erhalten.

«Wir haben noch Hoffnung und bekommen hoffentlich klarere Ergebnisse in der Nacht», sagte Esa-Chef Jan Wörner am Mittwochabend im Kontrollzentrum in Darmstadt. Bis zum späteren Abend lagen demnach noch keine exakten Daten des Testlandemoduls «Schiaparelli» vor, aus denen die Wissenschaftler auf einen Erfolg der historischen Mission schließen konnten. Details wollte die Raumfahrtagentur bei einer Pressekonferenz an diesem Donnerstag um 10.00 Uhr MESZ präsentieren.

Die Landung galt als eine zentrale Etappe des Milliarden-Projekts ExoMars. Mit der europäisch-russischen Kooperation wollen Forscher von Esa und ihrem Partner Roskosmos gemeinsam nach Spuren von Leben auf dem sagenumwobenen Nachbarplaneten der Erde.

«Wir wissen nicht alle Details, aber das ist typisch für einen Test», sagte Wörner. «Die Daten, die wir heute Nacht empfangen und auswerten, können wir verwenden, um unserer Technik in Zukunft weiter zu verbessern.» Das Projekt soll Erkenntnisse für eine weitere Landung auf dem Mars liefern.

Zunächst hatten die Experten am Mittwochabend noch Daten von der Sonde registriert. Esa-Experte Paolo Ferri sagte: «Das Signal stoppte an einem bestimmten Punkt, von dem wir glauben, dass er vor der Landung war.» Bereits 2003 hatte die Raumfahrbehörde die Sonde «Beagle 2» auf die Marsoberfläche geschickt, doch diese sendete nie Signale.

Zwar galt grundsätzlich als möglich, dass das Modul «Schiaparelli» wohlbehalten auf dem Mars aufgesetzt ist. Entscheidend war aber, ob es Signale funkt, die auf der Erde gemessen werden. «Schiaparelli» sollte gegen 16.45 Uhr MESZ mit einem Tempo von sechs Kilometer pro Sekunde in die Atmosphäre eintreten. Die Flugleitzentrale hatte bereits zuvor mitgeteilt, dass eine präzise Vorhersage der Uhrzeiten für eine Lande-Bestätigung aus technischen Gründen nicht möglich sei.

«Schiaparelli» und der Satellit «Trace Gas Orbiters» (TGO) waren vor sieben Monaten vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet. Sie gehören zum ExoMars-Programm der Raumfahrtbehörden Esa und Roskosmos.

Der Satellit TGO schwenkte am Abend nach schwierigen technischen Flugmanövern auf die vorgesehene Umlaufbahn um den Mars ein. «Es ist wirklich ein großer Moment, dass dieser TGO, mit dem wir Methan in der Atmosphäre untersuchen wollen, schon jetzt ein Erfolg ist», sagte Wörner. Spuren des Gases könnten auf biologische Aktivität hinweisen.

«Schiaparelli», benannt nach dem italienischen Astronomen Giovanni Schiaparelli (1835-1910), soll Esa und Roskosmos mit der Landung helfen, den zweiten Teil von ExoMars vorzubereiten. Für 2020 ist der Start eines Rovers zum Roten Planeten geplant. Dieser soll mit einem Bohrer in die Tiefen des Marsgesteins eindringen, um nach Spuren von organischem Leben zu suchen.

Unklar war zunächst, welche Auswirkungen ein möglicher Fehlschlag auf die weitere Umsetzung des ExoMars-Projekts haben wird. Esa und Roskosmos sehen das Projekt auch als Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Westen und Ost in politisch heikler Zeit.