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Freitag

Impfen als christliche Pflicht? Vatikan droht Impfunwilligen mit Entlassung

aktuellen Nachrichten

19 Feb. 2021 09:31 Uhr
Der Vatikan hat seinen Mitarbeitern mitgeteilt, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren könnten, sollten sie sich weigern, eine COVID-19-Impfung ohne legitime gesundheitliche Gründe zu verweigern. Dies sei wegen des Risikos, anderen Menschen zu schaden, geboten.

© REUTERS/Luisa Gonzalez
Mitarbeiter im Vatikan können durch ein Dekret ihre Stelle verlieren, wenn sie sich nicht impfen lassen (Symbolbild).

In einem Dekret von Kardinal Giuseppe Bertello, dem Gouverneur der Vatikanstadt, heißt es, dass die Impfung wegen des Risikos, anderen Menschen zu schaden, eine "verantwortungsvolle Wahl" sei. Die Vatikanstadt, mit 108 Hektar der kleinste Staat der Welt, hat mehrere Tausend Mitarbeiter, von denen die meisten in Italien leben. Das Impfprogramm begann letzten Monat. Der 84-jährige Papst Franziskus war einer der Ersten, die sich impfen ließen. Das siebenseitige Dekret besagt, dass diejenigen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, einen Positionswechsel erhalten können. Dabei wird der Kontakt zu Menschen reduziert, die Bezahlung aber bleibt gleich, auch wenn die neue Stelle eine Degradierung darstellt.

Das Dekret besagt außerdem, dass diejenigen, die sich ohne ausreichenden Grund weigern, sich impfen zu lassen, einer speziellen Bestimmung eines Gesetzes von 2011 über die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern unterliegen. In dem entsprechenden Artikel heißt es, dass Angestellte, die sich weigern, "präventive Maßnahmen" zu ergreifen, "unterschiedlichen Graden von Konsequenzen unterworfen werden können, die bis zur Entlassung führen können". Das Dekret wurde am 8. Februar unterzeichnet und später auf der Website des Gouverneursamtes veröffentlicht.
Papst Franziskus ist ein großer Befürworter von Impfungen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.
"Es ist eine ethische Entscheidung, weil man mit seiner Gesundheit spielt, mit seinem Leben, aber man spielt auch mit dem Leben anderer", sagte er vergangenen Monat in einem Interview mit einem italienischen Fernsehsender.
Der Vatikan hat auch für Journalisten, die Papst Franziskus auf seiner Reise in den Irak im nächsten Monat begleiten werden, eine COVID-19-Impfung obligatorisch gemacht. Bertello, der das Dekret unterzeichnet hat, wurde im Dezember positiv auf das Coronavirus getestet und begab sich anschließend in Quarantäne. In der Vatikanstadt gab es bisher weniger als 30 Corona-Fälle, die meisten davon bei der Schweizer Garde, die in einer Gemeinschaftskaserne lebt.

Papst Franziskus wirbt in seiner Weihnachtsbotschaft für Frieden und Corona-Impfungen für alle

In der traditionellen Weihnachtsbotschaft hat Papst Franziskus am Freitag vieler Leidender auf der Welt gedacht und allen den päpstlichen Segen "Urbi et orbi" gespendet. Er betete für mehr Solidarität in Zeiten der Pandemie und für einen allgemeinen Zugang zu Corona-Impfstoffen.

Mittwoch

Handschlag mit dem Papst: Franziskus' Botschaft an Trump

Vatikanstadt (dpa) - Bei seinem ersten Treffen mit US-Präsident Donald Trump hat Papst Franziskus auf die Bedeutung des Friedens hingewiesen. Er überreichte dem Republikaner eine Medaille und äußerte den Wunsch, dass er für den Frieden arbeiten werde.

Trump erklärte, der Besuch sei ihm eine «große Ehre». Die etwa halbstündige Privataudienz war die erste Begegnung zwischen dem Katholikenoberhaupt und dem Präsidenten, die bei zentralen politischen Themen grundsätzlich andere Anschauungen vertreten und sich im vergangenen Jahr gegenseitig kritisiert hatten.

Trump versicherte dem Pontifex im Anschluss an das Gespräch, er werde dessen Worte in Ehren halten. «Danke, danke, ich werde nicht vergessen, was Sie gesagt haben.» Über den Inhalt wurde zunächst nichts bekannt. Auf der Medaille, die der Papst dem Präsidenten übergab, war ein Olivenzweig zu sehen. «Ein Symbol des Friedens», sagte der Argentinier. Trump antwortete: «Frieden können wir gebrauchen.»

Mit auf den Weg gab der Pontifex dem US-Präsidenten auch seine 2017 veröffentlichte Friedensbotschaft, die er für ihn unterschrieben hatte. Außerdem schenkte er ihm drei seiner Lehrschreiben - darunter die zweite Enzyklika «Laudato si'», die sich mit dem Umwelt- und Klimaschutz befasst - ein Thema, bei dem die Positionen der Beiden weit auseinander gehen. «Ich werde sie lesen», sagte Trump. Er überreichte Franziskus eine Box mit Büchern von Martin Luther King sowie eine Bronze-Skulptur.

Der Präsident wurde bei der Ankunft begleitet von seiner Frau Melania und Tochter Ivanka, die beide schwarze Kleider und schwarze Schleier trugen. Begrüßt wurden sie vom deutschen Präfekten des Päpstlichen Hauses, Georg Gänswein.

Trump und der Papst gelten als sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Auch ihre politischen Positionen liegen weit auseinander. Während Franziskus immer wieder mehr Bemühungen um Umwelt- und Klimaschutz anmahnt, hat das Thema unter Trump keine Priorität. Franziskus prangert auch immer wieder den Bau von Mauern an, um Migranten abzuhalten. Genau das will Trump jedoch an der Grenze zu Mexiko tun.

Franziskus hatte Trump im Wahlkampf für dieses Vorhaben kritisiert. Trump nannte diese Äußerungen schändlich und sagte, der Papst sei von Mexikos Regierung irregeleitet worden. Kurz vor dem Besuch von Trump hatte sich Franziskus offen gezeigt und gesagt, dass er auf einen aufrichtigen Austausch mit dem US-Präsidenten hoffe. Trump äußerte sich ähnlich.

Der Republikaner ist nicht für eine überzeugte Religiosität bekannt. Andere Präsidenten zeigten ihren Glauben oft leidenschaftlich, bei dem 70-Jährigen fehlt das. Er ist Presbyterianer, das ist der größte Zweig der reformierten Kirchen. Er bezeichnet sich als Protestant. Mit dem christlichen Gedanken der Vergebung kann er nach eigenem Bekunden nichts anfangen.

Der Besuch in Rom war zugleich sein erster Aufenthalt in Europa als Präsident. Überall in der Stadt waren die Sicherheitsvorkehrungen extrem hoch. Nach dem Treffen mit dem Papst besuchte Trump den italienischen Präsidenten Sergio Mattarella. Nach einem Treffen mit Ministerpräsident Paolo Gentiloni wollte Trump weiter nach Brüssel reisen.