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Dienstag

Menschenrechtler: Immer weniger Christen im Nahen Osten

Berlin (dpa) - Die 2000-jährige Geschichte der Christenheit im Nahen Osten droht nach Einschätzung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) unter dem Druck der Gewalt zu enden.

«Vor hundert Jahren stellten die Christen noch 20 Prozent der Gesamtbevölkerung im Nahen Osten, heute sind es kaum noch drei Prozent», sagte der GfbV-Nahost-Referent Kamal Sido.

Im Irak sei die große Mehrheit der Christen innerhalb der vergangenen drei Jahrzehnte vertrieben worden oder geflohen; ihre Zahl sei von 1,5 Millionen auf 300 000 geschrumpft. In Syrien bedrohe die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Ortschaften mit christlicher Bevölkerung. Die wenigen verbliebenen Christen in der Türkei gerieten durch das Wiederaufflammen des Kurdenkonfliktes und Maßnahmen der Regierung zunehmend in Bedrängnis.

Die GfbV rief auch dazu auf, die beiden im April 2013 entführten Bischöfe von Aleppo nicht zu vergessen. Ihr Schicksal spiegele die aussichtslose Lage der Christen in Syrien wider, sagte Sido. Die Bischöfe der syrisch-orthodoxen und der griechisch-orthodoxen Kirche hätten sich für Versöhnung und Dialog ausgesprochen. Ihr Engagement für die Menschenrechte im Bürgerkrieg müsse allen ein Vorbild sein.

Freitag

Russland überraschend nicht mehr im UN-Menschenrechtsrat

New York (dpa) - Russland ist überraschend nicht wieder in den UN-Menschenrechtsrat gewählt worden. Ungarn und Kroatien bekamen bei der Abstimmung der UN-Vollversammlung am Freitag in New York mehr Stimmen - Ungarn 144 und Kroatien 114.

Russland erhielt nur 112 Stimmen und konnte sich damit nicht erneut einen der beiden für osteuropäische Länder reservierten Sitze im Menschenrechtsrat sichern.

Menschenrechtsorganisationen hatten sich zuvor lautstark gegen eine Wiederwahl Russlands eingesetzt, vor allem wegen der Unterstützung des syrischen Assad-Regimes. Auch gegen eine Wiederwahl Saudi-Arabiens hatten sich die Menschenrechtsorganisationen ausgesprochen. Das Land erhielt jedoch ausreichend Stimmen der 193 Mitglieder der UN-Vollversammlung für eine erneute dreijährige Periode in dem Gremium.

Insgesamt wurden 14 Länder in den Menschenrechtsrat gewählt, neben Ungarn, Kroatien und Saudi-Arabien unter anderem auch noch Brasilien, Großbritannien, China, Kuba, Irak, Japan, Südafrika und die USA. Insgesamt hat das Gremium, das die Menschenrechtssituation auf der Welt überwachen soll, 47 Mitglieder. Auch Deutschland ist derzeit vertreten.