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Donnerstag

Gülen - Einflussreicher Prediger und Ex-Verbündeter Erdogans

Berlin (dpa) - Fethullah Gülen gilt als einflussreichster islamischer Prediger der Türkei. Seine Anhänger haben ein Netzwerk gegründet, das in vielen Ländern aktiv ist - auch in Deutschland. Gülen lebt seit 1999 zurückgezogen im US-Bundesstaat Pennsylvania.

Ziel der Bewegung ist es, Muslime über Bildungseinrichtungen, Medien und Vereinsarbeit für eine fromme Lebensweise zu gewinnen. Angestrebt werden Bildung und beruflicher Erfolg. Auch deshalb sind viele «Fethullahci» in der Türkei in Schlüsselpositionen aufgestiegen.

Für die Regierungspartei AKP war das lange kein Problem. Die Gülen-Anhänger bilden im Staatsapparat ein Gegengewicht zu den Kemalisten - der westlich orientierten alten Elite, die die Trennung von Staat und Religion im Sinne des Republikgründers Mustafa Kemal Atatürk hochhält.

Gülen und der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatten bis vor einigen Jahren ähnliche Ziele: die politische Macht des Militärs zurückdrängen und den frommen Anatoliern zum Aufstieg verhelfen. Zum Bruch kam es Ende 2013, als Erdogan die Gülen-Bewegung bezichtigte, einen Korruptionsskandal angefacht zu haben, durch den führende Politiker aus Erdogans Umfeld in Bedrängnis gerieten.

Dienstag

Menschenrechtler: Immer weniger Christen im Nahen Osten

Berlin (dpa) - Die 2000-jährige Geschichte der Christenheit im Nahen Osten droht nach Einschätzung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) unter dem Druck der Gewalt zu enden.

«Vor hundert Jahren stellten die Christen noch 20 Prozent der Gesamtbevölkerung im Nahen Osten, heute sind es kaum noch drei Prozent», sagte der GfbV-Nahost-Referent Kamal Sido.

Im Irak sei die große Mehrheit der Christen innerhalb der vergangenen drei Jahrzehnte vertrieben worden oder geflohen; ihre Zahl sei von 1,5 Millionen auf 300 000 geschrumpft. In Syrien bedrohe die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Ortschaften mit christlicher Bevölkerung. Die wenigen verbliebenen Christen in der Türkei gerieten durch das Wiederaufflammen des Kurdenkonfliktes und Maßnahmen der Regierung zunehmend in Bedrängnis.

Die GfbV rief auch dazu auf, die beiden im April 2013 entführten Bischöfe von Aleppo nicht zu vergessen. Ihr Schicksal spiegele die aussichtslose Lage der Christen in Syrien wider, sagte Sido. Die Bischöfe der syrisch-orthodoxen und der griechisch-orthodoxen Kirche hätten sich für Versöhnung und Dialog ausgesprochen. Ihr Engagement für die Menschenrechte im Bürgerkrieg müsse allen ein Vorbild sein.