Posts mit dem Label Terrorismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Terrorismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag

Trump verurteilt Anschlag von Teheran - und übt Kritik

Teheran (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat die Terroranschläge von Teheran verurteilt, sie aber mit einem indirekten Vorwurf an die Adresse Irans verknüpft.

«Wir trauern um die unschuldigen Opfer der Terrorattacken, wir beten für sie und für das iranische Volk, das durch solch herausfordernde Zeiten geht», teilte Trump am Mittwoch laut Weißem Haus mit. «Wir unterstreichen, dass Staaten, die Terrorismus unterstützen, Gefahr laufen, dem Bösen zum Opfer fallen, das sie fördern.»

Unter Trump haben die USA den Kurs gegenüber dem Iran deutlich verschärft. Trump hat das Land wiederholt als eine Art Erzfeind der USA dargestellt.

Am Mittwoch hatten sechs Terroristen das Parlament und das Mausoleum des Revolutionsführers Ayatollah Ruhollah Chomeini in Teheran angegriffen. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Taten für sich. Bei dem Doppelanschlag wurden mindestens 18 Menschen - darunter die Attentäter - getötet und 40 verletzt. Nach Angaben des iranischen Sicherheitsrates waren die sechs Attentäter Iraner. Eine verdächtige Frau soll zum Verhör festgenommen worden sein.

Augenzeugen berichteten, zwei wie Belutschen gekleidete Attentäter seien in das Chomeini-Mausoleum eingedrungen. Sie hatten demnach Kalaschnikow-Schnellfeuergewehre und wollten sich am Grab des Revolutionsführers Ayatollah Ruhollah Chomeini in die Luft sprengen. Die Terroristen seien jedoch aufgefallen und es sei zu einer Schießerei gekommen. Dabei seien auch ein Mitarbeiter des Mausoleums getötet und fünf weitere Menschen verletzt worden.

Einer der Terroristen erhielt den Augenzeugen zufolge einen Kopfschuss. Der andere sei am Körper getroffen worden, was die Explosion seiner Bombe ausgelöst habe. Dabei seien weitere Menschen umgekommen.

Möglicherweise kamen die Attentäter aus Sistan Belutschistan im Südostiran. Dort kämpfen sunnitische Milizen der Dschundullah gegen die iranischen Revolutionsgarden an der Grenze zu Pakistan und Afghanistan. Nach Bagdad, Kabul und London ist die Doppelattacke in Teheran bereits der vierte große Anschlag seit Beginn des Ramadans, den der IS für sich reklamiert.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani verurteilte die Anschläge scharf. «Dieser blinde und feige Anschlag von terroristischen Söldnern wird den Kampf Irans gegen die Terroristen nur weiter stärken», fügte er hinzu. Nach den Anschlägen in Teheran habe der Iran die gleiche Botschaft wie bei vorherigen Terrorangriffen. Eine regionale und globale Zusammenarbeit sei derzeit die wichtigste Notwendigkeit, um den Terrorismus effektiv zu bekämpfen, sagte Ruhani. Ohne den Erzfeind Saudi-Arabien bei Namen zu nennen, warf er «einigen Ländern» der Region vor, mit ihrer Politik islamische Extremisten zu unterstützen.

«Das war wieder ein feiger Angriff und ein nutzloser Versuch, uns einzuschüchtern», sagte Parlamentspräsident Ali Laridschani. Der Iran werde Terroristen weiterhin konsequent bekämpfen und alle ihre Terrorzellen im Iran zerstören.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel nannte die Attentäter «gewissenlose Verbrecher». «Wo der Terror keine Grenzen kennt, dürfen sich Mitgefühl und Menschlichkeit keine Schranken auferlegen», hieß es in einer in Berlin veröffentlichten Erklärung.

Für die sunnitische IS-Terrormiliz ist der schiitische Iran ein Erzfeind. Vom Iran gesponserte Milizen sind sowohl in Syrien als auch im Irak im Einsatz. Teheran ist ein treuer Unterstützer des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Der Iran hatte stets betont, das sicherste Land im Nahen Osten zu sein.  

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) reagierten wütend auf den Anschlag und schworen Rache. «Wir werden jeden Tropfen Blut der unschuldigen Opfer dieses barbarischen Anschlags rächen», hieß es in einer Presseerklärung. Die Revolutionsgarden machten Saudi-Arabien mitverantwortlich für die Terroranschläge des IS. Die saudische Regierung unterstütze Teile der IS-Terrorzellen, fügten sie hinzu, ohne Beweise für diese Unterstellungen vorzulegen.  

Die Situation in der Region ist derzeit ohnehin spannungsgeladen: Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Ägypten und der Jemen brachen am Montag alle diplomatischen Kontakte zu Katar ab. Mauretanien zog am Dienstag nach, auch Jordanien fuhr seine diplomatischen Beziehungen zurück. Katars Nachbarländer schlossen zudem die Grenzen. Die arabischen Staaten beschuldigen Katar, Terrororganisationen wie den IS zu unterstützen. Gleichzeitig stoßen sie sich an den angeblich guten Beziehungen Katars zum Iran. Das sunnitische Königreich Saudi-Arabien sieht in Teheran einen Erzrivalen in der Region. Der Iran hat Katar Hilfe angeboten.

Montag

Islamistischer Terror in europäischen Metropolen

London/Berlin (dpa) - Madrid, London, Paris, Brüssel, Berlin, Manchester - und nun wieder London: Europäische Metropolen sind in den vergangenen Jahren immer stärker ins Fadenkreuz islamistischer Terroristen gerückt. Ein Rückblick:

MANCHESTER - 22. Mai 2017: Bei einem Bombenanschlag auf ein Popkonzert in Manchester werden 22 Menschen getötet. Es gibt weit über 100 Verletzte, darunter viele Kinder und Jugendliche. Ein Mann bringt am Ende eines Popkonzerts von Teenie-Star Ariana Grande eine selbstgebaute Bombe zur Explosion. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamiert die Attacke für sich.

PARIS - 20. April 2017: Auf dem Pariser Boulevard Champs-Élysées schießt ein Islamist mit einem Sturmgewehr in einen Polizeiwagen. Ein Beamter wird getötet, zwei weitere Polizisten und eine deutsche Passantin werden verletzt. Die Polizei erschießt den Angreifer.

STOCKHOLM - 7. April 2017: Ein gekaperter Lastwagen rast in einer Einkaufsstraße erst in eine Menschenmenge und dann in ein Kaufhaus. Fünf Menschen werden getötet, 15 verletzt. Die Polizei nimmt einen Usbeken unter Terrorverdacht fest.

LONDON - 22. März 2017: Ein Attentäter steuert ein Auto absichtlich in Fußgänger auf einer Brücke im Zentrum Londons und ersticht anschließend einen Polizisten. Von den Opfern auf der Brücke erliegen vier ihren Verletzungen. Sicherheitskräfte erschießen den Täter.

PARIS - Februar/März 2017: Auf dem Flughafen Orly versucht ein Mann, einer patrouillierenden Soldatin das Gewehr zu entreißen, und wird erschossen. Erst Anfang Februar war nahe dem Louvre-Museum ein Ägypter niedergeschossen worden, der sich mit Macheten auf eine Militärpatrouille gestürzt hatte.

BERLIN - Dezember 2016: Kurz vor Weihnachten wird die Hauptstadt zum Ziel eines Terroranschlags. Zwölf Menschen kommen um, als ein IS-Anhänger einen gekaperten Lkw in einen Weihnachtsmarkt steuert. Wenige Tage später wird der 24 Jahre alte Tunesier bei einer Polizeikontrolle nahe Mailand erschossen.

NIZZA - Juli 2016: Ein Attentäter rast am französischen Nationalfeiertag mit einem Lastwagen auf dem Strandboulevard in eine feiernde Menge. Mindestens 86 Menschen sterben.

BRÜSSEL - März 2016: Mit mehreren Bomben töten islamistische Attentäter am Flughafen der belgischen Hauptstadt und in einer Metrostation 32 Menschen.

ISTANBUL - Januar 2016: Ein Selbstmordattentäter des IS zündet im historischen Zentrum der türkischen Hauptstadt mitten in einer deutschen Reisegruppe eine Bombe. Er reißt zwölf Deutsche mit in den Tod.

PARIS - November 2015: Bei einer koordinierten Anschlagsserie am Stade de France, mehreren Restaurants und dem Musikklub «Bataclan» töten mehrere Gruppen von IS-Anhängern 130 Menschen, Hunderte werden verletzt.

KOPENHAGEN - Februar 2015: Ein arabischstämmiger 22-Jähriger feuert auf ein Kulturcafé, tötet dabei einen Mann und erschießt später vor einer Synagoge einen Wachmann. Polizisten erschießen ihn.

PARIS - Januar 2015: Bei einem Attentat auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» und einen koscheren Supermarkt sterben 17 Menschen. Die beiden Täter kommen später bei einer Polizeiaktion ums Leben. Zu dem Anschlag bekennt sich die Terrororganisation Al-Kaida.

BRÜSSEL - Mai 2014: Im Jüdischen Museum erschießt ein französischer Islamist vier Menschen. Kurz darauf wird er festgenommen. Als selbst ernannter «Gotteskrieger» hatte er zuvor in Syrien gekämpft.

LONDON - Juli 2005: Vier Muslime mit britischem Pass zünden in der U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen sterben, etwa 700 werden verletzt.

MADRID - März 2004: Bei islamistisch motivierten Bombenanschlägen auf Pendlerzüge sterben in der spanischen Hauptstadt 191 Menschen, rund 1500 werden verletzt.

Sonntag

London: Zahl der Opfer steigt auf sieben

London (dts) - Die Zahl der Opfer nach dem jüngsten Terroranschlag von London hat sich auf sieben erhöht. 48 Personen wurden verletzt, als ein Kleinbus zunächst am Samstagabend auf der London Bridge in eine Menschenmenge raste. Anschließend seien drei Personen aus dem Fahrzeug gestiegen und hätten mit Messern auf Passanten am Borough Market eingestochen.

Die Männer hätten Attrappen von Sprengstoffwesten getragen, teilte die Polizei mit. Alle drei Männer seien acht Minuten nach dem ersten Hilferuf von Sicherheitskräften erschossen worden. Die politischen Parteien setzten, wie schon nach dem Anschlag von Manchester Ende Mai, ihren Wahlkampf aus. In Großbritannien wird am Donnerstag ein neues Parlament gewählt.

Freitag

«Rock am Ring» wegen Terrorgefahr unterbrochen

Nürburg (dpa) - Das von Zehntausenden Musikfans besuchte Festival «Rock am Ring» ist wegen Terrorgefahr unterbrochen worden. Es gebe «konkrete Hinweise, aufgrund derer eine mögliche terroristische Gefährdung nicht auszuschließen» sei, so die Polizei Koblenz.

Die meisten Zuschauer blieben ruhig, rund eine halbe Stunde nach der Unterbrechung war das Gelände laut Organisator Marek Lieberberg geräumt. In einem Statement der Veranstalter des wohl bekanntesten Rockfestivals Deutschlands hieß es, sie seien wegen einer «terroristischen Gefährdungslage» angewiesen worden, die Besucher zum Verlassen des Geländes aufzufordern.

«Derzeit laufen Ermittlungen mit Hochdruck. Genaue Hintergründe können wir derzeit noch nicht nennen», hieß es von der Polizei weiter. «Da die Sicherheit an erster Stelle steht und eine Gefährdung von Festivalbesuchern in jedem Fall soweit wie möglich ausgeschlossen werden muss, wurde entschieden, das Festival für diesen Tag auszusetzen.»

Die rheinland-pfälzische Landesregierung bestätigte die Terrorwarnung. Es gebe Hinweise auf eine mögliche terroristische Bedrohungslage, sagte Ministeriumssprecherin Joachim Winkler am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur.

Am Nürburgring waren folgende Lautsprecherdurchsagen zu hören: «Wegen einer terroristischen Bedrohungslage wird das Festival für heute abgebrochen. Wir hoffen, dass es morgen weitergeht.» Alle Besucher wurden gebeten, das Festivalgelände kontrolliert und ruhig in Richtung Ausgänge und Campingplätze zu verlassen.

Schon vor der Unterbrechung hatten Sicherheitsbedenken das Festival begleitet. Die Polizeipräsenz am Nürburgring war - auch vor dem Hintergrund des Terroranschlags auf ein Konzert in Manchester vor anderthalb Wochen - auf mehr als 1200 Beamte aufgestockt worden. Organisator Lieberberg hatte zu Beginn des Festivals auf der Hauptbühne an die Opfer von Manchester erinnert.

Bis zu 90 000 Musikfans wurden zum diesjährigen «Rock am Ring» in der Eifel erwartet. Als Höhepunkt am Freitag hatte der Auftritt der Rockband Rammstein gegolten, der am späten Abend (22.30 Uhr) beginnen sollte. Für das Festival war es eine Rückkehr: In den vergangenen beiden Jahren hatte «Rock am Ring» auf dem Flugplatz Mendig stattgefunden, mehrere Besucher wurden dabei bei Blitzschlägen verletzt.

Beim parallel in Nürnberg stattfindenden Zwillingsfestival «Rock im Park» gingen die Konzerte am Freitagabend weiter. Dort treten dieselben Bands in anderer Reihenfolge auf.

Mittwoch

Nach Festnahme in Uckermark gehen Terrorermittlungen weiter

Potsdam/Gerswalde (dpa) - Nach dem Polizeieinsatz gegen einen Terrorverdächtigen aus der Uckermark dürfte sich heute entscheiden, ob Haftbefehl gegen den 17-jährigen Syrer beantragt wird. Die Ermittler versuchen derweil weiter, die Hintergründe aufzuklären. 

Hoffnung setzen sie dabei auch auf sichergestellte Handys und einen Tablet-Computer.

Am Dienstag hatten Spezialeinsatzkräfte der Polizei den Verdächtigen aus Gerswalde in Gewahrsam genommen. Der Asylbewerber soll erklärt haben, dass er in den «Heiligen Krieg» ziehe. Das Landeskriminalamt (LKA) hat mittlerweile zweifelsfrei geklärt, dass der Terrorverdächtige Syrer ist, teilte ein Polizeisprecher in Potsdam mit. Die ersten Vernehmungen hätten ergeben, dass sich der junge Mann in den vergangenen Monaten im Jugendheim Gerswalde radikalisiert hat.

Die Ermittler gehen vom Anfangsverdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat aus. Es wird geprüft, ob der 17-Jährige einen Selbstmordanschlag in Berlin plante. Entsprechende Hinweise soll die Brandenburger Polizei von Ermittlungsbehörden aus Hessen und Berlin erhalten haben. Zudem stehen auch die Mitbewohner des Verdächtigen im Fokus der Ermittler und werden befragt.

Laut Bundesinnenministerium gab es keine unmittelbare Anschlagsgefahr. Derzeit lägen dem Ministerium «keine Anhaltspunkte dafür vor, dass ein Anschlag unmittelbar bevorstand», sagte eine Sprecherin am Dienstagabend in Berlin. «Die Behörden haben schnell und frühzeitig reagiert, um ein Risiko für die Bevölkerung auszuschließen.»

«Es gab einen Brief an die Mutter, aus dem ganz unzweifelhaft seine Absicht hervorging», sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). Die Mitteilung sei per WhatsApp verschickt worden. Der Jugendliche kam zunächst nur zur Gefahrenabwehr in Gewahrsam.

Links zum Thema
Pressemitteilung Polizei

Dienstag

Polizei fasst Terrorverdächtigen in Brandenburg

Potsdam/Gerswalde (dpa) - Fünf Monate nach der Terrorattacke auf den Berliner Weihnachtsmarkt hat die Polizei womöglich einen erneuten islamistischen Anschlag in der Hauptstadt verhindert.

Ein 17-jähriger syrischer Asylbewerber wurde in einer Flüchtlingsunterkunft in Brandenburg unter Terrorverdacht festgenommen, wie das Landesinnenministerium in Potsdam mitteilte. Nach Einschätzung der Ermittler plante der Flüchtling einen Selbstmordanschlag. Der Ort war vermutlich Berlin, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD).

Nach ersten Erkenntnissen war der junge Mann 2015 eingereist und wurde als Asylbewerber registriert. Nach dpa-Informationen lebte er seit 2016 in einem Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Gerswalde östlich von Templin in der Uckermark.

Die Polizei hatte Hinweise unter anderem aus Berlin und Hessen erhalten, wonach sich der junge Mann im Familienkreis verabschiedet habe und in den Dschihad («Heiliger Krieg») eingetreten sei. «Es gab einen Brief an die Mutter, aus dem ganz unzweifelhaft seine Absicht hervorging», sagte Schröter. Die Mitteilung sei per WhatsApp verschickt worden.

Spezialeinsatzkräfte nahmen den Mann am Dienstagmorgen fest. Am frühen Nachmittag dauerte seine Befragung noch an. Einsatzkräfte des Landeskriminalamtes durchsuchten zudem das Heim. Polizeilich war der Verdächtige zuvor laut Ministerium nicht in Erscheinung getreten.

Die Bundesanwaltschaft führt in der Sache bisher kein Ermittlungsverfahren, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte. Die Karlsruher Behörde ist zuständig für alle Straftaten, die sich in schwerwiegender Weise gegen die innere Sicherheit der Bundesrepublik richten, also für Terrorismus und Extremismus.

Im Dezember hatte ein Tunesier bei einem Lkw-Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche zwölf Menschen getötet.

Die Uckermark ist eine Landschaft etwa 80 Kilometer nordöstlich von Berlin. Sie ist eine der am dünnsten besiedelten Gegenden Deutschlands. Hauptort ist die Stadt Prenzlau.

Links zum Thema
Pressemitteilung Polizei

Sonntag

Maaßen warnt weiter vor Gefahr islamistischer Terroranschläge

Berlin (dts) - Nach dem Anschlag von Manchester ist das Risiko von Terroranschlägen auch in Deutschland nach Einschätzung des Verfassungsschutzes unverändert hoch. "Ich kann keine Entwarnung geben - im Gegenteil", so Hans-Georg Maaßen, der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, im Interview mit dem "rbb-Inforadio". Zwar hat es seit dem Anschlag von Anis Amri auf dem Berliner Breitscheidplatz keine neuen Anschläge in Deutschland gegeben, Anschläge in ähnlicher Weise seien jedoch möglich, "weil der IS will, dass auch in Deutschland ein größerer Anschlag durchgeführt wird, und wenn er uns treffen kann würde er es auch tun".

So habe es in den vergangenen sechs Monaten "eine Vielzahl von Festnahmen oder polizeilichen Exekutivmaßnahmen gegen mutmaßliche Islamisten" gegeben, wie auch ein "ein hohes Aufkommen von Informationen über Gefährdungssachverhalte oder Anschlagsplanungen gegen Deutschland". Obwohl der IS militärisch stark unter Druck ist, hält der Verfassungsschutz es nach wie vor für denkbar, dass die Terrororganisation auch große Anschlagsszenarien wie 2015 in Paris realisieren kann. "Ich gehe davon aus, dass der IS derzeit noch die Möglichkeiten dazu hat. Er hat eine große Anzahl von Anhängern in Westeuropa, auch in Deutschland". Darüber hinaus gebe es eine nach wie vor große Zahl von jungen Leuten, die sich im Cyberraum radikalisierten, und die von Headhuntern des IS angesprochen würden. Cyberattacken habe der IS bisher nur "auf einem relativ niedrigen Niveau" durchgeführt, so Maaßen, als DDOS-Angriffe oder Veränderungen von Webseiten, vor allem mit dem Ziel, Propaganda zu verbreiten. "Bisher haben wir nicht gesehen, dass der IS in der Lage ist, schwerwiegende Cyberangriffe durchzuführen, aber ausschließen können wir es derzeit auch nicht, insbesondere da man sich dieses Know How auch im Bereich der Organisierten Kriminalität kaufen kann".

Mittwoch

Manchester-Attentäter soll IS-Kontakt gehabt haben

Manchester (dpa) - Der Attentäter von Manchester ist vor dem Anschlag mit mindestens 22 Todesopfern wahrscheinlich nach Syrien gereist und soll Verbindungen zur Terrormiliz IS gehabt haben. Das sagte Frankreichs Innenminister Gérard Collomb unter Berufung auf britische Ermittler.

Die Polizei in Manchester nahm drei weitere Männer im Zusammenhang mit dem Anschlag fest. Bereits am Vortag hatte sie einen 23-Jährigen gefasst und mehrere Häuser durchsucht. Der IS hatte nach dem Anschlag behauptet, der Attentäter Salman Abedi sei ihr «Soldat» gewesen.

Der Brite libyscher Herkunft habe sich «nach einer Reise nach Libyen und dann wahrscheinlich nach Syrien radikalisiert», sagte der französische Innenminister Collomb dem Sender BFMTV. Verbindungen zum IS seien «erwiesen». Die britische Innenministerin Amber Rudd betonte dagegen, eine Verbindung zum Islamischen Staat sei nicht bewiesen. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf die Frage, ob Salman Abedi Teil eines Terrornetzwerkes war.

Der 22-Jährige war dem britischen Geheimdienst bekannt, wie Rudd sagte. Sie zeigte sich gegenüber dem Sender Radio 4 verärgert darüber, dass in den USA Details über den Anschlag auf Besucher eines Popkonzerts an Medien durchgestochen worden waren. «Ich habe unseren Freunden ganz klar gesagt, dass das nicht nochmal passieren sollte», sagte Rudd.

Abedi hatte am Montagabend mit einem selbstgebauten Sprengsatz sich selbst und 22 weitere Menschen getötet. Dutzende wurden verletzt, unter den Opfern waren viele Kinder und Jugendliche. Das bisher jüngste bekannte Todesopfer ist ein achtjähriges Mädchen.

Am zweiten Tag nach dem Anschlag waren nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden noch 20 Menschen in kritischem Zustand. Einem deutschen Arzt zufolge, der in Manchester arbeitet, enthielt die Bombe Nägel. Etliche Opfer hätten auch Schädel-Hirn-Verletzungen, sagte der Neurologe Stefan Schumacher dem Südwestrundfunk (SWR).

Berichten zufolge war Abedi ein Sohn libyscher Flüchtlinge. Er sei 1994 in Manchester geboren worden und habe in der nordenglischen Stadt studiert. Seine Familie soll sehr religiös gewesen sein und sich in einer Moschee der Stadt engagiert haben. Einige Familienmitglieder sollen kürzlich nach Libyen zurückgekehrt sein.

Das britische Sicherheitskabinett wollte sich an diesem Mittwoch erneut zu einer Krisensitzung treffen. Großbritannien rief nach dem Angriff auf ein Konzert der US-Sängerin Ariana Grande erstmals seit 2007 die höchste Terrorwarnstufe aus. Die Polizei erhält daher Hilfe vom Militär. Der weltberühmte Wachwechsel vor dem Buckingham-Palast wurde für Mittwoch abgesagt, um Personal für anderen Aufgaben freuzustellen. Der Anschlag vom Montag war der schwerste in Großbritannien seit 2005, als Attentäter in der Londoner U-Bahn und in einem Bus insgesamt 56 Menschen getötet und mehr als 700 verletzt hatten.

Die Bundesbehörden in ganz Deutschland setzten ihre Flaggen am Mittwoch auf halbmast. Auch mehrere Landesregierungen ordneten für ihre Behörden Trauerbeflaggung an. In einem Kondolenzschreiben an Großbritanniens Innenministerin Theresa May zeigte Bundeskanzlerin Angela Merkel sich beeindruckt von Gesten der Mitmenschlichkeit in Manchester, wo viele Bürger den Opfern geholfen hatten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier trug sich in der britischen Botschaft in Berlin in das Kondolenzbuch für die Opfer des Terroranschlags ein, am Mittag wurde dort auch Merkel erwartet.

Dienstag

Politiker-Reaktionen nach Anschlag in Manchester

Manchester (dpa) - Ein Anschlag auf ein Popkonzert, 22 Tote, darunter Kinder. Die Welt trauert mit der nordenglischen Stadt Manchester.

- «Es ist unbegreiflich, dass jemand ein fröhliches Popkonzert ausnutzt, um so vielen Menschen den Tod zu bringen oder ihnen schwere Verletzungen zuzufügen. (...) Dieser mutmaßliche terroristische Anschlag wird nur unsere Entschlossenheit stärken, weiter gemeinsam mit unseren britischen Freunden gegen diejenigen vorzugehen, die solche menschenverachtenden Taten planen und ausführen. Den Menschen in Großbritannien versichere ich: Deutschland steht an Ihrer Seite.» (Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU))

- «Wir sind dem britischen Volk in diesem tragischen Moment besonders verbunden.» (Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier)

- «Entsetzliche Nachrichten aus Manchester! Unsere Gedanken sind jetzt bei unseren britischen Freundinnen und Freunden. United we stand.» (Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD))

- «Unschuldige Kinder und Jugendliche heimtückisch in den Tod zu bomben, ist so niederträchtig, dass einem dafür die passenden Worte fehlen.» (Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU))

- «Heute trauern wir mit euch. Morgen werden wir an eurer Seite daran arbeiten, gemeinsam mit euch jene zu bekämpfen, die unsere Art zu leben zerstören wollen.» (EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker)

- «Der Präsident der Republik wird mit der britischen Regierung und den britischen Truppen den Kampf gegen den Terrorismus fortsetzen.» (Der Élyséepalast für Frankreichs Präsident Emmanuel Macron)

- «Wir verurteilen dieses zynische, unmenschliche Verbrechen scharf. Wir rechnen damit, dass die Drahtzieher einer angemessenen Strafe nicht entkommen werden.» (Russlands Präsident Wladimir Putin)

- «Der Terror ist eine weltweite Bedrohung und die aufgeklärten Staaten müssen ihn gemeinsam besiegen.» (Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu)

- «Kanadier sind durch die Nachricht des schrecklichen Angriffs heute Abend in Manchester geschockt. Bitte nehmt die Opfer & ihre Familien in eure Gedanken auf.» (Kanadas Premierminister Justin Trudeau)

- «Die Nato steht im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite des Vereinigten Königreichs.» (Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg)

- «Als Eltern fühlen wir besonders stark die Sorge jener, die in dieser schrecklichen Nacht auf Nachricht waren, ob ihre Kinder in Sicherheit sind.» (Australiens Regierungschef Malcolm Turnbull)

- «Wir trauern, aber wir sind stark.» (Manchesters Bürgermeister Andy Burnham)

Montag

Amri-U-Ausschuss soll Fehler aufklären

Berlin (dpa) - Rund fünf Monate nach dem Berliner Terroranschlag mit zwölf Toten haben sich die Regierungsfraktionen SPD, Linke und Grüne in der Hauptstadt auf einen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung von Behördenversagen verständigt.

Wie die Fraktionen in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten, könnte der Ausschuss seine Arbeit nach dem 3. Juli beginnen.

Es wird bereits der zweite Untersuchungsausschuss eines Landesparlaments zu dem Weihnachtsmarktanschlag vom vergangenen Dezember sein. Im Landtag in Düsseldorf befasst sich ein solches Gremium bereits seit drei Monaten mit der Frage, wie es dem Tunesier Anis Amri gelingen konnte, den Anschlag zu verüben, obwohl er als islamistischer Gefährder bekannt war. Für die Forderung der Grünen nach einem Untersuchungsausschuss auch im Bundestag gab es bisher keine Mehrheit.

Bis der Berliner Untersuchungsausschuss seine Arbeit aufnimmt, werde der Sonderermittler des Senats, der frühere Bundesanwalt Bruno Jost, seinen Zwischenbericht zu Fehlern im Umgang mit dem islamistischen Attentäter Anis Amri vorlegen, hieß es. Seine Ermittlungen hätten bereits gravierende Einzelfehler der Sicherheitsbehörden aufgedeckt. Der Ausschuss sollte aber auch strukturelle Fragen im Zusammenspiel zwischen Bund und Ländern und der gesamten Sicherheitsarchitektur klären.

Amri hatte im Dezember einen Lastwagen gestohlen und den polnischen Fahrer erschossen. Das schwere Fahrzeug lenkte er in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche und tötete elf Passanten. Anschließend flüchtete er quer durch Europa, bis er in Italien von Polizisten erschossen wurde. In der vergangenen Woche waren Manipulationen bei der Berliner Kriminalpolizei an den Ermittlungsakten bekanntgeworden.

Bislang waren die Regierungsfraktionen der Ansicht, dass wegen des Sonderermittlers kein Untersuchungsausschuss nötig sei. Der Vorsitz des Gremiums werde nicht an die AfD fallen, hieß es bei der Grünen.

In einer Sondersitzung des Innenausschusses sprach Innensenator Andreas Geisel (SPD) der Polizei sein ungebrochenes Vertrauen aus und wertete die Aktenmanipulation als individuelles Fehlverhalten. «Die Sicherheit in Deutschland wird von Terroristen gefährdet und nicht von Polizisten.» Dies teilte er in einem Offenen Brief den Berliner Polizisten mit. Geisel wandte sich gegen Vorverurteilungen.

Ein Ermittler bei der Kriminalpolizei hatte Amri in einem Vermerk vom 1. November 2016 als aktiven und gewerbsmäßigen Drogenhändler eingestuft. Das hätte ein Grund für einen Haftbefehl sein können. Womöglich hätte dadurch der Anschlag verhindert werden können.

Mitte Januar erstellte ein anderer Polizist ein neues Dokument mit einem gekürzten und veränderten Text - nach dem Amri nur «möglicherweise Kleinsthandel» mit Drogen betrieben haben sollte. Auch der Name eines Verdächtigen im Drogen-Umfeld von Amri fehlte laut Jost nun. Dieses Dokument wurde auf den 1. November rückdatiert.

Bekannt wurde im Ausschuss auch, dass in dem abgespeckten Bericht von ursprünglich 73 Protokollen abgehörter Telefonate nur noch 6 enthalten waren. Ermittelt wird gegen mindestens zwei Kripo-Beamte wegen Urkundenfälschung sowie Verdachts auf Strafvereitelung im Amt.

Innenstaatssekretär Torsten Akmann (SPD) kündigte eine Gruppe von Sonderermittlern zur Aufklärung der Aktenmanipulation an. 14 Beamte werden «jeden Stein, jedes Blatt, jede Datei» nach dem Vier-Augen-Prinzip umdrehen, kündigte er in der Sitzung an.

Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach forderte indes Konsequenzen. «Sollten sich diese schwerwiegenden Vorwürfe bestätigen, kann das nicht ohne politische und strafrechtliche Konsequenzen bleiben», sagte Bosbach den «Ruhr Nachrichten» (Montag).

Die Vorsitzende des Bundestags-Rechtsausschusses, Renate Künast (Grüne), begrüßte die Einsetzung des Untersuchungsausschusses. «Denn auch aus Respekt vor den Opfern braucht es eine öffentliche parlamentarische Aufklärung und muss sich das ganze Parlament der Aufgabe stellen, Fehler zu analysieren, damit sie in Zukunft vermieden werden können», sagte Künast.

Sonntag

Deutsche Frau und Wachmann bei Angriff in Kabul getötet

Kabul (dpa) - Unbekannte Bewaffnete haben bei einem Überfall auf ein Gästehaus in der afghanischen Hauptstadt Kabul eine Deutsche getötet. Außerdem sei ein Wachmann ermordet worden, sagte der Sprecher des afghanischen Innenministeriums, Nadschib Danisch, der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag.

ine finnische Frau sei entführt worden. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte, dass die in Kabul getötete Frau deutsche Staatsbürgerin ist.

Die Deutsche sei eine sehr erfahrene Entwicklungshelferin gewesen, sagte eine Sprecherin der schwedischen Hilfsorganisation Operation Mercy der Deutschen Presse-Agentur. «Sie lebte seit zehn Jahren in Afghanistan und hat seit 2011 für Operation Mercy gearbeitet». Zuletzt habe sie ein Alphabetisierungsprojekt geleitet, sagte die Sprecherin. Die Frau habe in dem Gästehaus gelebt, das am späten Samstagabend überfallen worden sei. Aus Sicherheitskreisen in Kabul verlautete, dass die Täter gegen 23.30 Uhr (Ortszeit/21.00 Uhr MESZ) in das Haus eingedrungen seien.

Entgegen von Medienberichten war es keine «Erstürmung». Die Täter hätten sich leise auf das Gelände geschlichen, Schusswechsel seien nicht zu hören gewesen, sagten Nachbarn. Der Polizeichef des Bezirks, Ahmad Wali Sabori, bestätigte, die Polizei sei erst nach der Tat eingetroffen. Sicherheitsquellen sagen, eine dritte Frau, eine Holländerin, habe sich vor den Eindringlingen verstecken können.

Die genauen Hintergründe waren zunächst unklar. «Wir können nicht sagen, ob der Zwischenfall einen kriminellen oder terroristischen Hintergrund hat, aber eine Untersuchung läuft», sagte der Sprecher des Innenministeriums. Die Täter seien entkommen.

Sicherheitsanalysten halten zwei Szenarien für denkbar. Zum einen könnte der Überfall das Werk der immer aktiveren Kidnapping-Mafia von Kabul sein. Der waren allein im vergangenen Jahr mindestens vier Ausländer - eine Inderin, ein Amerikaner und ein Australier - sowie viele afghanische Geschäftsleute zum Opfer gefallen.

Quellen sagen, die Mafia habe Unterstützung bis in hohe afghanische Politkreise. Unter den Opfern sind auffallend viele Frauen. 2015 hatten Entführer in Kabul auch eine Mitarbeiterin der deutschen staatlichen Entwicklungshilfsorganisation GIZ entführt. Die Frau war nach rund zwei Monaten freigekommen.

Bisher hatten die Entführer ihre Opfer in den allermeisten Fällen aus ihren Autos entführt, auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause. «Sollte die Mafia jetzt anfangen, auch in Gästehäuser einzubrechen, wäre das eine klare Eskalation», sagte ein internationaler Sicherheitsfachmann, der nicht namentlich genannt werden möchte, der dpa.

Zum anderen könne es sich um einen gezielten Angriff auf die NGO als christliche Organisation handeln. Solche glaubensbasierten Angriffe sind eher selten. Zuletzt hatten die Taliban 2014 das Gästehaus von Nothelfern angegriffen, die sie für Missionare hielten.

Die Sicherheitssituation in Afghanistan hat sich seit dem Abzug der meisten internationalen Truppen 2014 stark verschlechtert. Die Taliban kontrollieren mittlerweile nach US-Militärangaben rund elf Prozent des Landes. Weitere knapp 30 Prozent sind umkämpft.

Am Tag des Überfalls auf das Gästehaus von Operation Mercy in Kabul töteten die Taliban bei schweren Angriffen auf mehrere Bezirke der südostafghanischen Provinz Sabul mindestens 20 Polizisten.

Ausländische Organisationen haben ihre Sicherheitsmaßnahmen massiv verstärkt. Die GIZ wird im Sommer ihre Büros im Zentrum von Kabul aufgeben und in ein schwer gesichertes Lager am Stadtrand ziehen. Das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Scharif war schon im Winter nach einem Angriff der Taliban in das deutsche Militärlager umgezogen.

Dienstag

«Breites Führungsversagen» im Fall des Soldaten Franco A.

Berlin (dpa) - Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erhebt nach dem Skandal um mutmaßliche Anschlagspläne eines rechtsextremen Offiziers schwere Vorwürfe gegen die eigene Truppe.

«Die Bundeswehr hat ein Haltungsproblem, und sie hat offensichtlich eine Führungsschwäche auf verschiedenen Ebenen», sagte die CDU-Politikerin am Sonntag im ZDF. Von der Leyen ist seit 2013 als Verteidigungsministerin Vorgesetzte der deutschen Soldaten. In einem offenen Brief an die Angehörigen der Bundeswehr schrieb sie, dass die jüngsten Skandale in der Truppe keine Einzelfälle mehr seien. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, André Wüstner, äußert sich «schockiert» über die Minister-Kritik.

Der Oberleutnant Franco A. sitzt seit seiner Festnahme am Mittwoch in Frankfurt in Untersuchungshaft. Der mutmaßliche Rechtsextremist soll als Flüchtling getarnt eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet haben. Nach Angaben von Ermittlern führte der Mann aus Offenbach eine Liste mit möglichen Anschlagsopfern. Auch ein 24-jähriger mutmaßlicher Komplize sitzt in U-Haft.

Wüstner kritisierte die Vorhaltungen von der Leyens scharf. «Das kann keiner nachvollziehen, wie sich eine Ministerin jetzt sozusagen auf die Tribüne verabschiedet und über ihre Mannschaft urteilt», sagte er «MDR Aktuell». Das sei «unglaublich». Der «Augsburger Allgemeinen» sagte Wüstner: «Politiker an Bundeswehrstandorten, Menschen aus der Bundeswehr und Angehörige, viele Soldaten im Auslandseinsatz - alle sind über diese Verallgemeinerungen entsetzt.» Wie solle man das einem Soldaten, der in Mali unter schwierigsten Bedingungen mit zum Teil nur bedingt guter Ausrüstung Dienst tue, erklären, fragte Wüstner.

Die Ministerin nehme weiteren Schaden im Verhältnis zwischen Politik und Bundeswehr in Kauf, ohne genau zu sagen, auf welcher Faktenlage sie kritisiere. «Ich erwarte von ihr, dass sie umgehend Transparenz schafft, wie der Vorwurf, dass die gesamte Bundeswehr ein Problem mit «Führung und Haltung» hat, zu rechtfertigen ist», forderte der Chef des Verbandes, der die Interessen von Soldaten in dienstlichen und sozialen Fragen vertritt.

Von der Leyen müsse ihre Aussagen schnell zurechtrücken und einordnen, «sonst wird das die Motivation der Truppe tiefgreifend beeinflussen und auch das Vertrauen in die politische Führung schwächen - und das ist schon jetzt nicht mehr sehr groß», sagte Wüstner der «Passauer Neuen Presse» (Dienstag).

Auch aus der SPD kam scharfe Kritik an von der Leyen. «Wer nach drei Jahren im Amt über ein breites Führungsversagen in der Bundeswehr klagt, der klagt sich selbst an», sagte SPD-Vize Ralf Stegner dem «Tagesspiegel» (Dienstag). «Frau von der Leyen hätte ausreichend Zeit gehabt, um die Missstände abzustellen.» Stattdessen versuche sie am Ende der Wahlperiode, sich aus der Verantwortung zu stehlen.

Der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold beklagte ein strukturelles Problem der Bundeswehr im Umgang mit rechtsradikalen Vorkommnissen. «Die Ministerin hätte schon lange gegensteuern müssen», sagte Arnold nach Angaben seiner Partei. Die schlechte Informationspolitik innerhalb der Bundeswehr habe mit einer verfehlten Reform des Vorgängers Thomas de Maizière zu tun. «Statt dieser Aufgabe gerecht zu werden, beschimpft sie pauschal die Truppe», kritisierte Arnold.

Von der Leyen bestätigte, dass die rechtsextreme Gesinnung des Soldaten den Vorgesetzten schon länger bekannt war. Seine Masterarbeit von 2014 habe «ganz klar völkisches, dumpfes Gedankengut», so die Ministerin. Die Vorgesetzten hätten ihre Verantwortung nicht wahrgenommen und die Haltung des Soldaten «aus falsch verstandenem Korpsgeist schöngeredet».

Auf der Liste des verdächtigen Franco A. stand unter anderem der Name der aus der Neonazi-Szene häufig attackierten Berliner Linke-Abgeordneten Anne Helm. Dies bestätigte ein Polizeisprecher dem Sender rbb. Der Oberleutnant hatte sich eine falsche Identität als syrischer Flüchtling zugelegt. Die Verteidigungsministerin sagte, man wisse weiterhin nicht genau, was der Soldat plante und ob er Unterstützer hatte.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hatte dem Soldaten nach einer Anhörung auf Französisch Ende 2016 eingeschränkten Schutz als Kriegsflüchtling aus Syrien gewährt. Die «Nürnberger Nachrichten» berichteten unter Berufung auf das Anhörungsprotokoll, die Asylakte weise zahlreiche Mängel und Ungereimtheiten auf. Früh habe es Hinweise gegeben, dass der Antragsteller unter seiner angeblichen Identität kaum in Erscheinung getreten sei. Seine Angabe über eine Verletzung, die er bei einem Angriff der IS-Terrormiliz erlitten habe, sei entgegen den Gepflogenheiten nicht überprüft worden.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) versprach eine strenge Untersuchung zur Frage, wieso der deutsche Soldat als Flüchtling aus Syrien registriert wurde. Bereits am Freitag hatte die Bundesregierung Fehler eingeräumt.

Sonntag

Weihnachtsmarkt-Attentäter bekam Befehl aus IS-Führung

Berlin (dpa) - Der Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt, Anis Amri, hat laut einem Medienbericht in direktem Kontakt zur Spitze der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gestanden. Dies geht nach «Spiegel»-Recherchen aus einem Hinweis aus den Vereinigten Arabischen Emiraten an deutsche Sicherheitsbehörden vom 8. Januar hervor. Demnach soll der Tunesier Amri seinen Einsatzbefehl von einem Extremisten mit dem Kampfnamen Abu Baraa al-Iraki in der IS-Organisation für «Externe Operationen» erhalten haben. Amri hatte am 19. Dezember einen Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gesteuert und zwölf Menschen getötet. Auf der Flucht wurde er von italienischen Polizisten erschossen. Der Generalbundesanwalt (GBA) und das Bundeskriminalamt prüfen dem Bericht zufolge den Hinweis. Der Name des IS-Manns sei den Behörden hierzulande aus anderen Verfahren gegen als Flüchtlinge getarnte, mutmaßliche IS-Terroristen bekannt, meldete das Magazin. Die Deutschen schätzten die Quelle aus dem Sicherheitsapparat der Emirate als zuverlässig ein. Die Terrormiliz IS hatte sich zu dem Berliner Terroranschlag bekannt und Amri als ihren Soldaten bezeichnet. Der war in Deutschland bereits Monate vor der Tat als islamistischer Gefährder eingestuft und beobachtet worden. Das Bundeskriminalamt gibt die Zahl der islamistischen Gefährder aktuell mit gut 600 an. Das ist ein neuer Höchststand. Seit dem vergangenen Sommer vergeht kaum ein Monat, ohne dass irgendwo in Deutschland ein Terrorverdächtiger festgenommen wird. Terrorismus / Deutschland / Tunesien / Vereinigte Arabische Emirate

Donnerstag

Rückkehrer und Gefährder in Deutschland

Berlin (dpa) - Die Bundesanwaltschaft hat am Donnerstag Haftbefehl gegen einen 26-jährigen Iraker wegen mutmaßlicher IS-Mitgliedschaft beantragt. Er soll im Irak eine zehnköpfige Einheit der Terrormiliz angeführt haben.

Rückkehrer aus Dschihad-Gebieten gelten in Deutschland häufig als Sicherheitsrisiko. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) sind im Zusammenhang mit islamistischem Terrorismus seit 2012 mehr als 920 Menschen aus Deutschland nach Syrien oder in den Irak ausgereist. Rund ein Drittel davon sei wieder zurückgekehrt. Ein Fünftel aller Dschihad-Reisenden waren demnach Frauen.

Dem BKA zufolge war der überwiegende Teil der seit 2012 Ausgereisten unter 30 Jahre alt. Fünf Prozent von ihnen waren zum Zeitpunkt ihrer Erstausreise minderjährig. Dem BKA liegen Erkenntnisse darüber vor, dass mehr als 70 Personen während ihres Aufenthalts in den Dschihad-Gebieten an Kämpfen beteiligt waren oder dort eine militärische Ausbildung erhielten. Nach BKA-Angaben waren zuletzt 627 Personen als islamistische Gefährder eingestuft.

Montag

Schweden diskutiert nach Lkw-Anschlag über Abschiebepraxis

Stockholm (dpa) - Drei Tage nach dem Lkw-Anschlag in Stockholm beginnt in Schweden die Diskussion um die Durchsetzung von Abschiebungen. Dem mutmaßlichen Attentäter war 2016 das Aufenthaltsrecht in dem Land verwehrt worden.

Statt Schweden zu verlassen, war der 39-jährige Usbeke untergetaucht. «Wenn die Angaben, die wir über die Person bekommen haben, stimmen, dann müssen wir verlangen, dass jemand dafür die Verantwortung übernimmt. Vor allem von der Regierung», sagte der Chef der Rechtspopulisten, Jimmie Åkesson, im schwedischen Fernsehen.

Zuvor hatte Schwedens Regierungschef eine konsequentere Abschiebepraxis angemahnt. Nach Angaben der schwedischen Grenzpolizei sind rund 12 000 Menschen nach abgelehnten Anträgen in Schweden nicht auffindbar.

Auch die Bundesregierung will Ausländer ohne Bleiberecht konsequenter abschieben und Gefährder besser kontrollieren.

Bei dem mutmaßlichen Terroranschlag in einer Einkaufsstraße in Stockholm waren am Freitag vier Menschen getötet und 15 verletzt worden.

Experte: Europa muss mit mehr Terror-Anschlägen rechnen

Samstag

Anschlag in Stockholm: Was wir wissen - und was nicht

Stockholm (dpa) - Ein Lastwagen rast in Stockholm in eine Menschenmenge und anschließend in ein Kaufhaus, es gibt Tote und Verletzte.

WAS WIR WISSEN

- Die Tat: Um 14:55 Uhr ging nach Angaben der Sicherheitspolizei der Notruf ein, dass im Herzen Stockholms ein Lastwagen in eine Menschenmenge gefahren sei und viele Menschen verletzt habe. Anschließend fuhr der Lastwagen in ein Kaufhaus und fing Feuer. Der Fahrer floh.

- Das Tatfahrzeug: Der Laster gehört einer Brauerei und wurde gekapert. Die Brauerei erklärte in einem Statement auf ihrer Internetseite: «Unser Fahrer versuchte, das Fahrzeug zu stoppen, indem er sich davor stellte - aber musste zur Seite springen, um nicht überfahren zu werden.» Der Mann sei leicht verletzt und stehe unter Schock.

- Die Opfer: Es gab nach vorläufigen Angaben vier Tote und 15 Verletzte. Acht Erwachsene und ein Kind waren am Samstagmorgen nach Behördenangaben noch im Krankenhaus.

- Der Festgenommene: Der am Freitagabend Festgenommene stimmt nach Angaben der Polizei mit Beschreibungen einer Person überein, die sich in der Nähe des Tatorts aufgehalten haben soll. Bilder dieses Mannes hatte die Polizei auf einer Pressekonferenz gezeigt. Der Verdächtige steht unter Terror- und Mordverdacht.

WAS WIR NICHT WISSEN

- Der Festgenommene: Der Mann saß nach Polizeiangaben «wahrscheinlich» hinter dem Steuer des Lkw - dass er der Täter war, steht aber noch nicht fest. Die Polizei wollte auch nicht sagen, ob er schon vorher im Visier der Ermittler stand. Über die Identität des Verdächtigen gibt es bislang ebenfalls keine offiziellen Angaben.

- Der oder die Täter: War es ein Einzeltäter? Oder hatte der Fahrer des Lastwagens Komplizen? Die Polizei schließt weitere Festnahmen nicht aus, es gebe aber keine Hinweise auf eine Gefahr für die Allgemeinheit. Berichte über eine weitere Festnahme bestätigten die Ermittler nicht.

- Der Tatablauf: Unmittelbar nach der Todesfahrt des Lastwagens gab es Gerüchte über Schüsse in der Stockholmer Innenstadt. Das bestätigte die Polizei aber nicht.

- Die Flucht: Wie und wohin der Täter direkt nach der Tat flüchten konnte, ist unklar.

- Das Tatmotiv: Die Polizei geht ebenso wie Ministerpräsident Stefan Löfven von einem Terroranschlag aus. Aber auch wenn vieles dafür spricht: Bewiesen ist das noch nicht.

Freitag

Vier Tote und 15 Verletzte nach Lkw-Anschlag in Stockholm

Stockholm (dts) - Nach dem Lkw-Anschlag in der schwedischen Hauptstadt Stockholm hat die Polizei vier Tote und 15 Verletzte bestätigt. Laut Medienberichten erlag eine Person erst Stunden nach dem Anschlag im Krankenhaus ihren Verletzungen. Außerdem bestätigte die Polizei, dass es am Abend eine Festnahme gegeben habe.

Weitere Details wurden jedoch nicht genannt. Die Zeitung Aftonbladet hatte zuvor auf ihrer Internetseite geschrieben, die Festnahme sei in der Stadt Märsta erfolgt, etwa 36 Kilometer nördlich von Stockholm. Der Festgenommene soll bereits gestanden haben, für den Anschlag verantwortlich zu sein. Demnach soll er der Mann sein, der am Nachmittag mit einem Lkw in der Stockholmer Einkaufsstraße Drottninggatan in eine Menschenmenge und in ein Geschäft gefahren war und dabei mehrere Menschen getötet und verletzt hatte.

Mittwoch

Ermittler prüfen Kontakt des Petersburg-Attentäters zum IS

St. Petersburg (dpa) - Nach dem Bombenanschlag in St. Petersburg gehen russische Ermittler möglichen Verbindungen des Attentäters zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach. Das habe der Leiter des Staatlichen Ermittlungskomitees, Alexander Bastrykin, angeordnet.

Am Vortag hatten die Sicherheitsbehörden den 22-jährigen Akbarschon Dschalilow aus Kirgistan als mutmaßlichen Attentäter identifiziert. Seine Wohnung in St. Petersburg sei durchsucht worden. Sicherheitskreise prüften, ob Dschalilow in den vergangenen Monaten nach Syrien gereist war. Es gebe Hinweise, dass er über das Internet Anweisungen zum Bau einer Bombe erhalten hat.

Die Eltern reisten am Mittwoch aus Kirgistan an und sollten ihren Sohn identifizieren. Zudem sollten sie von den Ermittlern befragt werden, berichtete das Staatsfernsehen.

Bei dem Anschlag in der U-Bahn der Millionenstadt am Montag waren 14 Menschen getötet - darunter auch Dschalilow - und etwa 50 verletzt worden. Sechs befänden sich noch in einem kritischen Zustand, teilte die Stadtverwaltung mit. Am Dienstagabend veröffentlichte das Ermittlungskomitee die Namen von zehn identifizierten Opfern. Bei vier Leichen müsse eine Genanalyse gemacht werden.

Ein Sprengsatz war in einem fahrenden Zug zwischen zwei Stationen gezündet worden. Eine zweite Bombe wurde rechtzeitig entschärft. An beiden Bomben waren DNA-Spuren von Dschalilow gefunden worden.

Die Ermittler nahmen in St. Petersburg sechs Männer aus Zentralasien fest, die verdächtigt werden, für Extremisten Anhänger anzuwerben. Ob sie mit dem Anschlag in der Metro in Verbindung stehen, war zunächst nicht bekannt.

Montag

Explosion in St. Petersburger U-Bahn: Auswärtiges Amt mahnt zu Vorsicht

Berlin/St. Petersburg (dts) - Das Auswärtige Amt mahnt Reisende in der russischen Stadt Sankt Petersburg zur Vorsicht: "In Sankt Petersburg wurden am Nachmittag des 3. April 2017 ein oder mehrere Anschläge gegen die Metro verübt", heißt es auf der Webseite des Ministeriums. "Reisenden wird geraten, vorerst in ihren Unterkünften zu verbleiben und die Lageentwicklung über die Medien und diese Reise- und Sicherheitshinweise zu verfolgen. Den Anweisungen der Sicherheitskräfte ist unbedingt Folge zu leisten."

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel äußerte sich bestürzt über die Meldungen aus Russland. "Noch wissen wir nicht, was genau sich ereignet hat und kennen die Hintergründe nicht. Vieles aber deutet derzeit darauf hin, dass es sich um einen hinterhältigen Anschlag auf unschuldige Menschen handelt, die einfach nur ihrem Alltag nachgegangen sind", erklärte Gabriel am Rande des Rates für Auswärtige Beziehungen in Luxemburg. "Ein solcher verbrecherischer Akt wäre durch nichts zu rechtfertigen. In diesen dunklen Stunden sind wir in Gedanken bei unseren Freunden in Russland, den Opfern und ihren Familien." Der russische Generalstaatsanwalt sprach unterdessen offiziell von einem Terrorakt. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuvor erklärt, die Hintergründe des Vorfalls seien noch unklar, es würden alle Möglichkeiten in Betracht gezogen. Bei der Explosion in einer U-Bahn waren am Nachmittag mindestens neun Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Zunächst hatte es Berichte über mindestens zwei Detonationen gegeben. Der Nachrichtenagentur Interfax zufolge wurde ein weiterer, nicht detonierter Sprengsatz in der Metrostation Ploschtschad Wosstanija gefunden. Mittlerweile wurden alle U-Bahnstationen in der Stadt gesperrt. Zu den Anschlägen bekannte sich bisher niemand.

Donnerstag

Deutscher bei Terroranschlag in London verletzt

London (dpa) - Bei dem Terroranschlag in London ist auch ein Deutscher verletzt worden. Das sagte die britische Premierministerin Theresa May im Parlament. Der Anschlag mit vier Toten und 40 Verletzten beeinflusst die Brexit-Zeitpläne der britischen Regierung nicht. May wird wie geplant am kommenden Mittwoch den Austritt ihres Landes aus der EU beantragen. Das bestätigte ein Regierungssprecher auf Anfrage der dpa. Mit dem Einreichen der Scheidungspapiere können dann bald die Austrittsverhandlungen beginnen.